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Pelléas und Mélisande

VenuePrager Nationaltheater
CalendarDo. 15 Okt. 2026 - Do. 19 Nov. 2026
Inhalt / Details

 

Was Claude Monet, Auguste Renoir oder Odilon Redon für die Malerei bedeuteten, bedeutete Claude Debussy für die Musik. Seine Kompositionen, voller Fantasie, vielfältiger Klangfarben und flüchtiger Atmosphären, stehen an der Schwelle zwischen zwei Epochen – Romantik und Moderne – und bilden gewissermaßen selbst diese Grenzlinie. Um die Wende zum 20. Jahrhundert erlebten die Künste, einschließlich der Musik, grundlegende Veränderungen, wobei auch die Oper keine Ausnahme bildete. Pioniere der modernen Musik – wie Debussy und Igor Strawinsky – begegneten dem Genre eher distanziert und waren unsicher, wie sie sich der „überholten Form“ nähern sollten. Debussy versuchte, mehrere Opern zu schreiben, vollendete jedoch nur eine einzige. Seine einzige fertige Oper ist die heute ikonische Adaption des symbolistischen Stücks Pelléas et Mélisande des belgischen Autors Maurice Maeterlinck. Debussys Vertonung verzichtet auf traditionelle große Operngesten und Effekte und bevorzugt stattdessen ein intimes Musikdrama, in dem alles Entscheidende „zwischen den Zeilen“ geschieht – in Andeutungen, Stille und feinen symbolischen Details.

Mit dem Charakter einer mittelalterlichen Legende oder sogar eines Märchens erzählt Pelléas et Mélisande von der Beziehung zweier Männer – eines alten und eines jungen – zu einer geheimnisvollen jungen Frau. Doch noch bedeutender als die Handlung selbst ist die Unfähigkeit der Figuren, einander zu verstehen und eine gemeinsame Sprache zu finden – sie lieben in Stille, bleiben jedoch einander fremd.

Debussys Musik unterstreicht diese Welt auf brillante Weise: ohne traditionelle Arien, fließt sie wie Sprache dahin, während die wechselnden orchestralen Farben eine traumhafte Atmosphäre von Stille und Schweben erzeugen. Gerade diese Zurückhaltung verleiht der Oper ihre besondere Kraft.

 

Handlung

Erster Akt

1. Szene: Golaud verläuft sich bei der Jagd im Wald und trifft an einem Brunnen auf die weinende Mélisande. Sie ist sehr schön und ebenso scheu, lässt keine Berührungen zu und deutet den Grund für ihr Verhalten nur an. Demnach ist sie nach leidvollen Erfahrungen einem Mann entflohen, der ihr eine Krone gab, die in den Brunnen gefallen ist. Sie will die Krone nicht zurückhaben. Golaud überredet sie, mit ihm zu kommen.

2. Szene: Geneviève, die Mutter von Golaud und Pelléas, liest Arkel, ihrem Vater und König von Allemonde, einen Brief vor, den Golaud an seinen Halbbruder Pelléas geschrieben hat. Dieser soll bei König Arkel Fürsprache einlegen, damit Golaud mit seiner zweiten Frau Mélisande, die er vor sechs Monaten geheiratet hat, heimkehren kann. Arkel hatte ursprünglich eine andere Frau zu Golauds Gattin bestimmt, befürwortet aber Golauds neue Wahl und seine Rückkehr. Pelléas kommt dazu. Er hat zeitgleich einen zweiten Brief von einem im Sterben liegenden Freund erhalten, der ihn zu sich ruft, wogegen sich Arkel ausspricht.

3. Szene: Geneviève macht Mélisande mit ihrer neuen Umgebung vertraut. Mélisande fürchtet die Düsternis des Schlosses und des nahen Parks. Von einem Schiff, das aus dem Hafen fährt, sind Stimmen zu hören. Mélisande erkennt an den Segeln, dass es das Schiff ist, das sie hergebracht hat. Pelléas begegnet den beiden. Als er Mélisande den Arm stützen will, um sie auf dem steilen Weg vor einem Fall zu bewahren, lässt sie den Kontakt zu.

 

Zweiter Akt

Pelléas führt Mélisande zum Brunnen der Blinden, dessen Wasser die Sehkraft zurückgeben soll. Mélisande spielt mit dem Ring, den Golaud ihr geschenkt hat, und hört nicht auf Pelléas' halbherzige Warnungen. Sie lässt Golauds Ring in den Brunnen fallen. In der gleichen Sekunde fällt Golaud an einem anderen Ort vom Pferd und verletzt sich. Er bemerkt später den fehlenden Ring an Mélisandes Hand, und sie täuscht vor, ihn in einer Grotte verloren zu haben. Golaud schickt sie fort, um ihn zu suchen, und befiehlt Pelléas mit ihr zu gehen.

In der dunklen Grotte treffen Pelléas und Mélisande auf drei verelendete Gestalten, werden mit Krankheit und Hungersnot konfrontiert und fliehen.

 

Dritter Akt

Mélisande kämmt ihr langes goldenes Haar und singt ein kleines Lied dabei. Dadurch wird Pelléas herbeigerufen, der sich schwärmend mit ihren Haaren umhüllt. Golaud kommt dazu und tadelt ihr Verhalten als Kindereien. Er droht Pelléas und verbietet ihm schließlich weiteren Umgang mit Mélisande, da dies ihrer Schwangerschaft schaden könne. Seinen Sohn Yniold lässt er die beiden durch das Fenster beobachten. Auf seine eifrigen Fragen, was er sehen könne, kann Yniold ihm nicht antworten: Pelléas und Mèlisande sitzen sich schweigend gegenüber.

 

Vierter Akt

Pelléas bittet Mélisande zu einem letzten Abschied, mit ihm in den Park zu gehen. Später versucht Arkel, sie über Pelléas' Abwesenheit zu trösten. Golaud demonstriert seine Eifersucht offen, als er Mélisande an ihren Haaren schleift. Im Park ist Yniold allein beim Brunnen. Wie jeden Tag hört er die Laute der heimkehrenden Schafe. Der Hirte verwehrt ihnen aber den Weg zum Stall, sie sollen zum Schlachthof. Eine Ahnung von Tod überkommt den Jungen. Pelléas verabschiedet sich von Mélisande. Ihre tiefe Zuneigung füreinander wird nur andeutungsweise in Worte gefasst. Golaud tötet Pelléas, und Mélisande flieht.

 

Fünfter Akt

Mélisande liegt nach der Geburt einer Tochter und anschließendem Fieber im Sterben. Nach ihrem Erwachen versucht Golaud, sich zu rechtfertigen und bittet sie um Verzeihung. Anschließend drängt er sie, angesichts des Todes die Wahrheit zu sagen, ob sie Pelléas geliebt habe. Sie bejaht, verneint aber, mit ihm eine sexuelle Beziehung gehabt zu haben. Golaud will ihr nicht glauben. Nachdem Mélisande erstmals ihre Tochter gesehen hat, stirbt sie. Arkel bezeichnet Mélisande postum als zarte, rätselhafte Frau und sagt, dass das Kind ihren Platz einnehmen soll.

Sprache: Auf Französisch, Übertitel auf Tschechisch und Englisch

Premiere: 15. Oktober 2026

 

Claude Debussys einzige vollendete Oper ist ein Meilenstein des musikalischen Modernismus.

Besetzung

Besetzung

Dirigent: Patrick Fournillier

 

Kreativteam

Libretto: Maurice Maeterlinck

Regie: Christof Loy

Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer

Lichtdesign: Valerio Tiberi

Dramaturgie: Ondřej Hučín

Veranstaltungsort
Prager Nationaltheater

Das historische Gebäude des National Theaters, 1883 errichtet, ist allgemein als eine erstklassige Bühne in der Tschechischen Republik angesehen. Zur Institution des Nationaltheaters gehören heute fünf Gebäuden und vier umfassenden Unternehmer. Sie können da die Opern-,  Drama- und Ballettaufführungen sehen.

Das Nationaltheater ist der Innbegriff des Willens der tschechischen Nation für nationale Identität und Unabhängigkeit. Die Geldsammlungen durch die breite Masse der Bevölkerung erleichterten seinen Bau und daher die zeremonielle Legung des Gründungssteines am 16 Mai 1868 war gleichbedeutend wie eine nationalweite politische Manifestation.

 

Praktische Informationen

 

Wo kann man Tickets kaufen
Beim Onlinekauf erhalten Sie ein E-Ticket, das nicht ausgedruckt werden muss – Sie können es beim Einlass einfach auf Ihrem Gerät vorzeigen. Wenn verfügbar, können Sie auch gedruckte Tickets an den Kassen des Nationaltheaters abholen, und alle Tickets, die direkt an der Kasse gekauft werden, werden in physischer Form ausgegeben.
Das Nationaltheater verkauft Tickets bis zu 6 Monate im Voraus.
Der Verkauf beginnt immer am 1. Tag des Monats um 9 Uhr, außer im Januar, wenn der Vorverkauf aufgrund eines Feiertags erst am 2. Tag beginnt.

 

Wann öffnen die Türen vor der Vorstellung?
Das Nationaltheater, die Staatsoper und das Ständetheater öffnen 45 Minuten vor Beginn der Vorstellung unter Berücksichtigung erhöhter Hygienemaßnahmen. Die Abendkassen öffnen zur gleichen Zeit.
Die Hauptkasse an der Neuen Bühne ist an Spieltagen bis zum Beginn der Vorstellung geöffnet. Das Auditorium der Neuen Bühne öffnet 30 Minuten vor der Vorstellung.

 

Welche Kleidung ist für den Theaterbesuch geeignet?
Kleiderordnungen gelten nur für besondere Veranstaltungen. Durch ihr Erscheinungsbild zeigen die Besucher, dass sie sich der festlichen Gelegenheit im Theater bewusst sind. Personen mit stark verschmutzter Kleidung oder Personen, deren Verhalten die Sicherheit anderer Besucher gefährden könnte, dürfen die Räumlichkeiten nicht betreten oder können von ihnen verwiesen werden.

 

Wo kann ich parken?
Beim Besuch des Nationaltheaters und der Neuen Bühne können Sie den unterirdischen Parkplatz des Nationaltheaters (Zugang von der Ostrovní-Straße) nutzen. Bitte beachten Sie, dass das Parken gebührenpflichtig ist.
Nur bargeldlose Zahlung: Die Parkgebühren können ausschließlich per bargeldloser Zahlungskarte oder einem anderen virtuellen Gerät (Uhr oder Handy) bezahlt werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

 

Buffets in der Staatsoper
Kein Anstehen. Bitte bestellen Sie Speisen und Getränke am Barbereich vorab, um Wartezeiten zu minimieren.

 

Barrierefreiheit für Personen mit Behinderung
Alle Spielstätten des Nationaltheaters sind für Personen mit Behinderung zugänglich, mit speziellen Plätzen im Zuschauerraum. Es wird jedoch empfohlen, jeden Besuch im Voraus mit der Verkaufsabteilung des Nationaltheaters abzustimmen.

 

Kann ich ein Autogramm eines Künstlers bekommen? Kann ich ihnen Blumen übergeben?
Das Nationaltheater stellt keine Künstlerautogramme oder Kontakte zu den Künstlern zur Verfügung. Blumen für die Künstler können vor Beginn der Vorstellung beim Theaterpersonal abgegeben werden.

 

 

Geschichte

Die Idee, in Prag ein unabhängiges tschechisches Theater zu errichten, entstand bereits 1844, worauf František Palacký am 29. Januar 1845 im Regionalparlament einen entsprechenden Antrag vorlegte, der positiv beschieden wurde. Der erste öffentliche Spendenaufruf des Vereins für die Errichtung eines Tschechischen Nationaltheaters in Prag kam dann aber erst sechs Jahre später, im April 1851. Zunächst wurde ein provisorisches Theater, das 1862 eröffnete Tschechische Interimstheater (České Prozatímní Divadlo), realisiert, bevor Mitglieder des Vereins um Karel Sladkovský, Tyrš, Neruda und Hálek 1865 den Architekten Josef Zítek aufforderten, einen Entwurf einzureichen, der die Ausschreibung dann auch gewann.

 

Straßenbahn 

Tagsüber mit Straßenbahn Linien Nr. 6, 9, 18 und 22 und in der Nacht mit Straßenbahnen Nr. 53, 57, 58, 59 bis zur Haltestelle "Národní divadlo" - vor dem historischen Gebäude Nationaltheater;

Metro 

Bis zur Station "Mustek", Linie B (gelb), und dann zu Fuß auf der Národní Straße; oder bis zur Station  “Karlovo náměstí”  und dann zwei Stationen mit der Straßenbahn Nr. 6, 18 oder 22 bis zur Haltestelle "Národní divadlo". Bis zur Station "Staroměstská" Linie A (grün), und dann zwei Stationen mit der Straßenbahn Nr. 17 bis zur Haltestelle "Národní divadlo".

 

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